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World Food Programme - Ohne Klimaschutz kein Brot - Ist Hunger weiblich? - Bildung und Nachhaltigkeit - Banken und Nachhaltigkeit

Frage des Tages

Betreffen uns Hungersnöte in Europa?

Ja - Nein - Vielleicht

Die Antwort findest du im Bereich Quick-Check, Female Empowerment und in deinem Herzen und Verstand!

Mein Gespräch der Woche

#152 Dr. Martin Frick - Globale Krisen und Hunger, wie das World Food Programme gegensteuert

 

In meinem Gespräch mit Martin Frick habe ich über die aktuelle, dramatische Lage der globalen Ernährungssicherheit gesprochen. Als Vertreter des World Food Programme gibt er Einblick in die Mission der Organisation, die nicht nur akute humanitäre Hilfe leistet, sondern Menschen auch dabei unterstützt, langfristig selbstständig zu werden.

Wir sprechen offen über die enormen Herausforderungen, die durch bewaffnete Konflikte, den Klimawandel und massive Kürzungen internationaler Unterstützung entstehen. Dabei wird deutlich, wie fragil das globale Ernährungssystem inzwischen geworden ist.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Bedeutung von Geschlechtergleichstellung und Bildung als zentrale Hebel für nachhaltige Lösungen. Martin Frick macht klar, dass Ernährungssicherheit nicht isoliert gedacht werden kann, sondern immer mit gesellschaftlichen Strukturen, Teilhabe und Verantwortung zusammenhängt.

 

Hör doch oder schau doch mal rein! 

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QUICK-CHECK

»Ohne Klimaschutz kein Brot – stimmt das?«

 

Nach dem Gespräch mit Martin Frick vom World Food Programme wollte ich genauer verstehen, wie stark Klima und Hunger tatsächlich miteinander verknüpft sind. Also habe ich mir drei zentrale Fragen gestellt.

Wie stark sind landwirtschaftliche Erträge heute schon vom Klimawandel betroffen?

Eine eindeutige globale Prozentzahl gibt es nicht. Aber der IPCC zeigt klar: Der menschengemachte Klimawandel hat das Wachstum der landwirtschaftlichen Produktivität in den letzten Jahrzehnten messbar verlangsamt, besonders in tropischen und subtropischen Regionen. Erwärmung, veränderte Niederschlagsmuster und häufigere Extremereignisse wirken sich bereits nachweislich auf Erträge aus.

Welche Region ist derzeit am stärksten betroffen?

 

Die Daten zeigen deutlich auf Subsahara-Afrika. Dort treffen Klimaschocks wie Dürre und unregelmäßige Niederschläge auf ohnehin fragile Ernährungssysteme. UN-Analysen sprechen davon, dass über eine Milliarde Menschen in Afrika keinen sicheren Zugang zu ausreichender Ernährung haben. Klimabedingte Ernteausfälle verschärfen die Lage zusätzlich, insbesondere im regenabhängigen Kleinbauernsektor.

Wie sieht es eigentlich bei uns aus?

 

Europa ist keineswegs außen vor. Die jüngsten Extremwetterereignisse in Spanien und Portugal, darunter Hochwasser und Sturmschäden Anfang 2026, haben tausende Hektar landwirtschaftlicher Fläche betroffen. In Portugal werden allein im Agrar- und Forstbereich vorläufige Schäden im dreistelligen Millionenbereich geschätzt, regionale Produzenten berichten von Produktionsverlusten zwischen 25 und 40 Prozent bei einzelnen Kulturen.

Für Deutschland bedeutet das keine unmittelbare Versorgungskrise, aber eine erhöhte Verwundbarkeit. Deutschland ist insbesondere im Winterhalbjahr bei Obst, Gemüse, Olivenöl und bestimmten Spezialkulturen stark in südeuropäische Lieferketten eingebunden. Wenn dort Extremwetter Ernten beeinträchtigt oder Logistik beschädigt, wirkt sich das typischerweise über Preisvolatilität und Angebotsengpässe aus.

 

Die Europäische Umweltagentur warnt zudem, dass Europa sich schneller erwärmt als andere Kontinente und Klimarisiken bereits heute Energie- und Ernährungssicherheit betreffen. Eine »hundertprozentig gesicherte« Versorgung kann seriös niemand garantieren, da sie von Wetterextremen, geopolitischen Entwicklungen, Energiepreisen und globalen Handelsstrukturen abhängt. Was jedoch klar ist: Die Risiken nehmen zu, wenn Anpassung und Resilienz nicht konsequent ausgebaut werden.

Klimawandel ist nicht der alleinige Haupttreiber von Hunger, aber ein systemischer Risikoverstärker. Er reduziert Ernteerträge, erhöht Preisvolatilität und trifft vor allem Regionen mit geringer Resilienz. Ohne Klimaanpassung und Klimaschutz wird Ernährungssicherheit langfristig nicht stabil erreichbar sein.

 

Quellen

IPCC, Climate Change and Land, https://www.ipcc.ch/srccl/

United Nations, Global Issues – Food, https://www.un.org/en/global-issues/food

World Food Programme, Global Report on Food Crises 2025, https://www.wfp.org/publications/global-report-food-crises-grfc

AP News, Bericht zur Ernährungssicherheit in Afrika, https://apnews.com/article/0d366a4042d4524a79cb5b47a94bc0cd

Female Empowerment

»Ist Hunger weiblich? – Und das ist Zufall?«

 

Sind Frauen und Kinder stärker von Hunger betroffen? Die Daten sind leider eindeutig. Frauen stellen laut der Food and Agriculture Organization rund 43 Prozent der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte in Entwicklungsländern, besitzen jedoch deutlich weniger Land, haben geringeren Zugang zu Krediten, Saatgut, Technologien und Versicherungen. Gleichzeitig tragen sie in vielen Regionen die Hauptverantwortung für Ernährung und Versorgung der Familie.

 

UN-Analysen zeigen, dass Frauen in Hungerkrisen überproportional von Nährstoffmangel betroffen sind, unter anderem weil sie innerhalb von Haushalten häufig zuletzt essen. UN Women weist zudem darauf hin, dass Klimaschocks bestehende Geschlechterungleichheiten verschärfen, da Frauen seltener über finanzielle Rücklagen oder formale Absicherung verfügen.

 

Der entscheidende Punkt ist jedoch ein anderer: Wenn Frauen wirtschaftliche Macht erhalten, sinkt Hunger messbar. Die FAO schätzt, dass die landwirtschaftliche Produktivität in Entwicklungsländern um mehrere Prozent steigen könnte, wenn Frauen denselben Zugang zu produktiven Ressourcen hätten wie Männer. Das würde Millionen Menschen zusätzlich vor Hunger schützen. Auch das World Food Programme betont, dass Investitionen in Frauen, insbesondere in ländlichen Räumen, die Resilienz gegenüber Klimarisiken erhöhen. Frauen reinvestieren einen größeren Anteil ihres Einkommens in Ernährung, Gesundheit und Bildung ihrer Kinder. Selbst in einem sich erwärmenden Klima bleibt der Hebel groß: Wo Frauen Land besitzen, Kredite erhalten, Versicherungen nutzen und unternehmerisch tätig sein können, steigen Produktivität und Ernährungssicherheit nachweislich.

 

Gilt das nur für sogenannte Entwicklungsländer?

Die strukturelle Logik unterscheidet sich nicht grundsätzlich. Auch in Europa und in Deutschland sind es überdurchschnittlich häufig Frauen, die Haushaltsbudgets steuern, Teilzeit arbeiten, geringere Vermögensrücklagen besitzen oder als Alleinerziehende ein erhöhtes Armutsrisiko tragen. Steigende Lebensmittelpreise infolge klimabedingter Ernteausfälle treffen Haushalte mit geringeren finanziellen Puffern besonders stark. Laut Eurostat sind Frauen in der EU häufiger von Armutsgefährdung betroffen, insbesondere im Alter und in Ein-Eltern-Haushalten.

 

Hunger im globalen Süden und steigende Lebenshaltungskosten in Europa sind keine identischen Phänomene. Aber sie folgen derselben ökonomischen Logik: Wer weniger Zugang zu Vermögen, Eigentum und Absicherung hat, trägt höhere Risiken.

Hunger ist kein rein klimatisches Problem und auch kein ausschließliches Problem anderer Kontinente. Er ist strukturell mit Eigentum, Finanzierung und Machtverteilung verknüpft. Klimawandel verstärkt Risiken, auch bei uns. Ökonomische Gleichstellung wirkt als Gegenkraft. Female Empowerment ist damit kein soziales Zusatzthema, sondern ein wirtschaftlicher Stabilitätsfaktor, global wie europäisch.

 

Quellen:

Food and Agriculture Organization, The State of Food and Agriculture, https://www.fao.org/publications/sofa/en/

UN Women, Gender, Climate and Food Security Reports, https://www.unwomen.org/en

World Food Programme, Gender Policy & Food Security Analyses, https://www.wfp.org/publications

FAO, Women in Agriculture Closing the Gender Gap for Development, https://www.fao.org/3/i2050e/i2050e.pdf

Ausblick

10. März 2026 - Janine Steeger  - Bildung und Nachhaltigkeit

Rückblick

#127 Georg Schürmann - Was macht eine Bank nachhaltig?

Was unterscheidet es vom konventionellen Modell? Wie wirken Kredite, Zinsen und Gebühren, wenn soziale und ökologische Kriterien im Mittelpunkt stehen? Und warum sind Nachhaltigkeitsbanken mehr als nur ein Nischenphänomen – sondern ein Schlüssel für gesellschaftlichen Wandel?

https://podcasts.apple.com/de/podcast/127-georg-sch%C3%BCrmann-was-macht-eine-bank-nachhaltig/id1682453395?i=1000725637473

Das Booklet zum Podcast

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Wir widmen uns der Magie der Böden, dem Wunder Wasser, der Verbindung von Klima und Entwicklung, der Frage, wer ESG-Reportings eigentlich liest, und warum es rund um das Thema Nachhaltigkeit derzeit spürbar ruhiger geworden ist. Wir sprechen über Kinder und Finanzen, über nachhaltige Infrastruktur, über Aktivismus und Umweltschutz – und über die Kraft von Menschen, die Verantwortung übernehmen.

 

Ergänzt wird diese Ausgabe durch zentrale Impulse aus aktuellen Büchern, die für mich mehr als lesenswert sind: Werte. Ein Kompass für die Zukunft von Maja Göpel,

Männer, die die Welt verbrennen von Christian Stöcker sowie Hoffnungslos optimistisch von Dirk Steffens.

 

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